Zahlen & Fakten · Stand 2026

Unternehmensnachfolge in Deutschland: Zahlen und Fakten

Wie viele Unternehmensnachfolgen stehen in Deutschland wirklich an? Wir haben die aktuellen Statistiken von KfW Research und dem IfM Bonn ausgewertet — und ordnen ein, was die Zahlen für Übergeber und Nachfolger im Mittelstand bedeuten.

Statistik und Datenanalyse zur Unternehmensnachfolge in Deutschland 2026

Wie viele Unternehmensnachfolgen stehen in Deutschland an?

In Deutschland planen rund 626.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge im Zeitraum 2023 bis 2027 — das sind etwa 125.000 pro Jahr (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Das IfM Bonn rechnet mit rund 190.000 übergabereifen Familienunternehmen im Zeitraum 2022 bis 2026. Es handelt sich um Schätzungen und Prognosen für die jeweiligen Mehrjahreszeiträume.

Die Unternehmensnachfolge ist zu einer der größten betriebswirtschaftlichen Aufgaben des deutschen Mittelstands geworden. Hinter den großen Zahlen stehen Hunderttausende inhabergeführter Betriebe, deren Eigentümer in den kommenden Jahren aus Altersgründen einen Nachfolger suchen. Wer die Statistiken kennt, versteht besser, warum eine frühzeitige und professionelle Nachfolge-Strategie heute wichtiger ist denn je. Auf dieser Seite haben wir die belastbaren Daten der beiden maßgeblichen Quellen — KfW Research und dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn — zusammengetragen, eingeordnet und mit Quellenangaben versehen.

Wichtig vorab: Alle hier genannten Werte sind Schätzungen beziehungsweise Prognosen mit klarem Zeitbezug. Sie beruhen auf Befragungen und Hochrechnungen und bilden keine taggenaue Statistik ab. Genau deshalb weisen wir bei jeder Kennzahl Quelle und Zeitraum aus, damit Sie die Aussagekraft selbst einordnen können.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

626.000

geplante Nachfolgen 2023–2027

Rund 626.000 mittelständische Unternehmen planen eine Nachfolge — rechnerisch etwa 125.000 pro Jahr. Quelle: KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024.

3,81 Mio.

mittelständische Unternehmen

So groß ist der mittelständische Unternehmensbestand in Deutschland insgesamt. Quelle: KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024.

231.000

erwägen eine Geschäftsaufgabe

Rund 231.000 mittelständische Unternehmen (≈ 6 % aller KMU) erwägen eine Geschäftsaufgabe bis Ende 2025 — so viele wie nie zuvor. Quelle: KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024.

63 %

der Stilllegungen ohne Nachfolger

Bei 63 % der geplanten Stilllegungen fehlt ein Nachfolgeinteressent — ein Anstieg um 13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Quelle: KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024.

Unternehmensnachfolge in Zahlen: Die Kennzahlen-Tabelle

Die folgende Übersicht fasst die geprüften Kennzahlen mit Wert, Quelle und Zeitbezug zusammen. Sie eignet sich als kompakter Faktencheck zur Unternehmensnachfolge in Deutschland.

Kennzahl Wert Quelle Zeitraum
Mittelständische Unternehmen gesamt 3,81 Mio. KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 Stand 2024
Geplante Nachfolgen 626.000 (≈ 125.000/Jahr) KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 2023–2027 (Prognose)
Inhaber mit Rückzug & Nachfolgewunsch rund 224.000 KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 bis Ende 2024 (Prognose)
Erwogene Geschäftsaufgaben rund 231.000 (≈ 6 % aller KMU) KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 bis Ende 2025 (Prognose)
Stilllegungen ohne Nachfolgeinteressent 63 % (+13 Prozentpunkte ggü. Vorjahr) KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024 Stand 2024
Übergabereife Familienunternehmen rund 190.000 Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn 2022–2026 (Prognose)
Häufigste Größenklasse (Jahresumsatz) 500.000 bis 1 Mio. Euro Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn 2022–2026 (Prognose)
Region mit den meisten Übertragungen Nordrhein-Westfalen Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn 2022–2026 (Prognose)

Wie viele Unternehmensnachfolgen stehen an?

Die zentrale Quelle für das Gesamtbild ist das Nachfolge-Monitoring Mittelstand, das KfW Research jährlich auf Basis einer breiten Unternehmensbefragung veröffentlicht. Demnach gibt es in Deutschland rund 3,81 Millionen mittelständische Unternehmen. Von diesen planen 626.000 eine Nachfolge im Zeitraum 2023 bis 2027 (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Rechnet man diese Zahl auf die fünf Jahre herunter, ergeben sich rechnerisch rund 125.000 Nachfolgevorhaben pro Jahr.

Konkreter wird es beim kurzfristigen Horizont: Nach Angaben von KfW Research planten rund 224.000 Inhaber einen Rückzug mit ausdrücklichem Nachfolgewunsch bis Ende 2024 (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Diese Unternehmer wollen also nicht schließen, sondern aktiv übergeben — sei es innerhalb der Familie, an das eigene Management oder an einen externen Käufer.

Eine zweite, etwas enger gefasste Perspektive liefert das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. Es betrachtet speziell die Familienunternehmen mit anstehender Übergabe und beziffert deren Zahl auf rund 190.000 im Zeitraum 2022 bis 2026 (Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn). Dass KfW und IfM zu unterschiedlichen Werten kommen, ist kein Widerspruch: Die Institute verwenden unterschiedliche Abgrenzungen, Stichproben und Betrachtungszeiträume. Die KfW erfasst den gesamten Mittelstand, das IfM fokussiert auf Familienunternehmen mit konkreter Übergaberelevanz.

Für die Praxis heißt das: Egal welche der beiden Quellen man heranzieht — die Größenordnung ist beträchtlich, und der Trend zeigt seit Jahren nach oben. Wer vor der eigenen Übergabe steht, ist Teil eines Massenphänomens, das den Markt prägt. Genau das macht eine vorausschauende Planung so wichtig. Mehr dazu, wie eine Übergabe konkret abläuft, lesen Sie in unserem Überblick zum Unternehmensverkauf.

Wo steht Ihr Unternehmen in dieser Statistik?

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Die Nachfolgerlücke: Wenn der Nachfolger fehlt

Die wohl alarmierendste Entwicklung der vergangenen Jahre ist die wachsende Nachfolgerlücke. Damit ist die Differenz zwischen den Unternehmen, die übergeben werden sollen, und den verfügbaren, geeigneten Nachfolgern gemeint. KfW Research dokumentiert diese Lücke besonders deutlich: Rund 231.000 mittelständische Unternehmen — das entspricht etwa 6 Prozent aller KMU — erwägen eine Geschäftsaufgabe bis Ende 2025 (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Das sind so viele wie nie zuvor.

Entscheidend ist der Grund hinter diesen Stilllegungen: Bei 63 Prozent der geplanten Stilllegungen fehlt ein Nachfolgeinteressent — weder in der Familie noch außerhalb (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte gestiegen. In nahezu zwei von drei Fällen wird also nicht aus mangelnder Wirtschaftlichkeit geschlossen, sondern schlicht, weil sich niemand findet, der das Unternehmen weiterführt.

Für gesunde, ertragsstarke Betriebe ist das eine vermeidbare Tragik: Funktionierende Geschäftsmodelle, eingearbeitete Belegschaften und gewachsene Kundenbeziehungen verschwinden vom Markt, weil die Übergabe nicht rechtzeitig vorbereitet wurde. Wer hier gegensteuern will, sollte sein Unternehmen früh übergabereif machen und den Wert sauber belegen. Eine fundierte Unternehmensbewertung ist dafür der erste Schritt; mit unserem Unternehmenswert-Rechner erhalten Sie eine erste Orientierung.

Ursachen: Demografie und sinkende Gründungsneigung

Die Treiber hinter der Nachfolgerlücke sind laut KfW Research vor allem zwei strukturelle Entwicklungen. Erstens die demografische Entwicklung: Die Generation der Unternehmensgründer und langjährigen Inhaber erreicht in großer Zahl das Ruhestandsalter. Die geburtenstarken Jahrgänge ziehen sich zurück, während gleichzeitig die nachrückenden Jahrgänge zahlenmäßig kleiner sind.

Zweitens das geringere Interesse an Existenzgründungen (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024). Eine Unternehmensübernahme ist letztlich eine Form der Existenzgründung — und wenn die Gründungsneigung insgesamt sinkt, fehlen auch potenzielle Übernehmer. Stabile Arbeitsmärkte und attraktive Angestelltenpositionen senken zusätzlich die Bereitschaft, das unternehmerische Risiko einer Übernahme einzugehen.

Beide Faktoren wirken sich nicht kurzfristig aus, sondern verstärken sich über Jahre. Für Übergeber bedeutet das: Der Wettbewerb um qualifizierte Nachfolger nimmt strukturell zu. Genau deshalb gewinnen alternative Übergabemodelle an Bedeutung — etwa ein Management-Buy-out oder Management-Buy-in (MBO/MBI), bei dem die Nachfolge aus den eigenen Reihen oder durch einen externen Manager erfolgt.

Branchen und Regionen: Wo die Übergaben anstehen

Wo konzentrieren sich die anstehenden Nachfolgen? Hier liefert das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn die differenziertesten Daten. Branchenseitig liegt der Schwerpunkt der übergabereifen Familienunternehmen bei den unternehmensnahen Dienstleistungen, gefolgt vom Produzierenden Gewerbe und vom Handel (Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn). Gerade im Dienstleistungssektor hängt der Unternehmenswert oft stark an Schlüsselpersonen und Kundenbeziehungen — was die übergabereife Aufstellung besonders anspruchsvoll macht.

Bei der Unternehmensgröße zeigt sich ein klares Muster: Die häufigste Größenklasse der übergabereifen Familienunternehmen liegt bei einem Jahresumsatz von 500.000 bis 1 Million Euro (Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn). Es geht also überwiegend um klassische kleine und mittlere Betriebe — das Rückgrat des deutschen Mittelstands.

Regional entfallen die meisten Übertragungen auf Nordrhein-Westfalen, was schlicht am dort größten Unternehmensbestand liegt (Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn). Die absolute Zahl folgt also der Wirtschaftskraft und Unternehmensdichte einer Region. Für Familienbetriebe gelten dabei besondere Spielregeln — emotionale, steuerliche und gesellschaftsrechtliche zugleich. Wie sich eine Übergabe innerhalb der Familie sauber gestalten lässt, behandeln wir ausführlich auf unserer Seite zur Nachfolge im Familienunternehmen.

Was die Zahlen für Übergeber bedeuten

Die Statistik liefert eine eindeutige Botschaft: Das Angebot an übergabereifen Unternehmen übersteigt die Zahl der verfügbaren Nachfolger deutlich. Hunderttausende Betriebe suchen einen Nachfolger, während die Gründungs- und Übernahmeneigung sinkt. Das verschiebt die Verhältnisse zugunsten der Nachfolger — und stellt Übergeber vor die Aufgabe, sich klar vom Wettbewerb abzuheben.

Konkret heißt das: Ein Unternehmen, das gut dokumentiert ist, nicht ausschließlich von der Inhaberperson abhängt und einen belegbaren, nachhaltigen Ertrag erwirtschaftet, hat erheblich bessere Chancen, überhaupt einen Nachfolger zu finden — und einen angemessenen Preis zu erzielen. Genau hier liegt der Hebel: Übergabereife ist kein Zustand, der sich kurz vor dem Ausstieg herstellen lässt, sondern das Ergebnis mehrjähriger Vorbereitung.

Eine gut geplante Nachfolge dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Wer früh beginnt, kann den Unternehmenswert operativ und steuerlich optimieren, die Abhängigkeit von Einzelpersonen reduzieren und in Ruhe den passenden Nachfolger suchen. Ein Teil der Beratungskosten lässt sich zudem über die BAFA-Förderung bezuschussen, was die professionelle Begleitung auch für kleinere Betriebe zugänglich macht.

Die Zahlen sind damit kein Grund zur Resignation, sondern ein Handlungsauftrag. Wer den demografischen Trend kennt, kann ihn für sich nutzen — indem er sein Unternehmen rechtzeitig zur attraktiven Gelegenheit für einen Nachfolger macht. Welche Schritte dafür in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, zeigt unsere strukturierte Nachfolge-Beratung.

Häufige Fragen zu den Nachfolge-Zahlen

Wie viele Unternehmensnachfolgen stehen pro Jahr an?

Laut KfW Research (Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2024) planen rund 626.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge im Zeitraum 2023 bis 2027 — das entspricht rechnerisch etwa 125.000 Unternehmen pro Jahr. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn rechnet mit rund 190.000 übergabereifen Familienunternehmen im Zeitraum 2022 bis 2026. Beide Zahlen sind Schätzungen beziehungsweise Prognosen für den jeweiligen Mehrjahreszeitraum.

Warum finden so viele Unternehmen keinen Nachfolger?

Nach Angaben von KfW Research fehlt bei 63 Prozent der geplanten Stilllegungen ein Nachfolgeinteressent — sei es innerhalb oder außerhalb der Familie. Das sind 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Als wesentliche Treiber gelten die demografische Entwicklung, also die alternde Inhabergeneration, sowie das insgesamt geringere Interesse an Existenzgründungen.

Welche Branchen sind von der Unternehmensnachfolge besonders betroffen?

Das IfM Bonn nennt als Branchenschwerpunkt der anstehenden Übergaben die unternehmensnahen Dienstleistungen, gefolgt vom Produzierenden Gewerbe und vom Handel. Die häufigste Größenklasse der übergabereifen Familienunternehmen liegt bei einem Jahresumsatz von 500.000 bis 1 Million Euro.

Was bedeuten die Nachfolge-Zahlen für mich als Übergeber?

Die Statistiken zeigen, dass das Angebot an übergabereifen Unternehmen die Zahl der verfügbaren Nachfolger deutlich übersteigt. Für Übergeber bedeutet das einen wachsenden Wettbewerb um qualifizierte Nachfolger. Wer sein Unternehmen frühzeitig übergabereif aufstellt und professionell positioniert, hat die deutlich besseren Chancen auf einen Nachfolger und einen angemessenen Preis.

Wann sollte ich mit der Nachfolgeplanung beginnen?

Eine gut geplante Unternehmensnachfolge dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Angesichts der wachsenden Nachfolgerlücke empfiehlt es sich, spätestens fünf bis sieben Jahre vor dem geplanten Ausstieg mit der strukturierten Planung zu beginnen. Wer früh startet, kann den Unternehmenswert steuerlich und operativ optimieren und in Ruhe den passenden Nachfolger suchen.

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